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Bio-Landwirte aus der Ukraine informierten sich über biologisch-dynamische Betriebe im Bundesland Brandenburg und in Berlin

In der Ukraine gibt es derzeit über 400 Bio-Betriebe. Einige dieser Betriebe sind auch an der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise interessiert. Im Verband „Biodynamika Ukraina“ sind derzeit 45 Bauernhöfe und 35 Privatpersonen organisiert. Von Seiten des Verbandes war im letzten Jahr der Wunsch geäußert worden, biologisch-dynamische Betriebe in Deutschland kennen zu lernen und sich ein Bild von der Produktionsweise und Vielfalt dieser ökologisch-zertifizierten Demeter-Betriebe zu verschaffen. Mit Unterstützung des gemeinnützigen Vereins „Arvense Lebendiges Lernen“, des Verbandes „Demeter im Osten“, der „Zukunftsstiftung Landwirtschaft“ sowie des Projektes „Deutsch-Ukrainische Kooperation Ökolandbau (COA)“ konnte Ende Juni 2024 die Informationsreise realisiert werden. An der Reise nahmen 15 Landwirtinnen und Landwirte sowie andere Interessierte aus der gesamten Ukraine teil, mehrere davon von zertifizierten ökologischen Betrieben. Organisiert wurde diese Reise von Wiebke Deeken, die die Demeter-Betriebe in Brandenburg gut kennt, sowie dem Leiter des COA-Projektes, Dr. Stefan Dreesmann.

Die fünf Tage waren randvoll gepackt mit Informationen zum ökologischen Landbau und zur biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Insgesamt 14 Betriebe, Händler und Verarbeiter öffneten den Besuchern aus der Ukraine ihre Tore und gaben tiefe Einblicke in ihre Betriebe, ihre Motivation, ihre Verarbeitung oder die Vermarktung ihrer Erzeugnisse. Jeder Betrieb ein Betriebsindividualismus. Angefangen bei dem bereits seit 1928 ökologisch wirtschaftenden Betrieb „Marienhöhe“ über verschiedene Gartenbaubetriebe wie den Betrieb „Apfeltraum“ oder die Betriebe „Kuhhorster“ und „Karolinenhof“, die Kühe, Ziegen, Schweine und Gänse halten und deren Produkte verarbeiten.

Mitarbeiter des Bio-Handelsunternehmens „Terra“ in Berlin, ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 150 Millionen jährlich, gaben den Teilnehmern einen Eindruck vom Handel der Bioprodukte in der Hauptstadt Deutschlands und in Brandenburg. Tiefe Einblicke in die Verarbeitung des in Brandenburg erzeugten biologisch-dynamisch ökologischen Getreides konnten sich die ukrainischen Landwirtinnen und Landwirte auch beim abendlichen Besuch der Bäckerei „Märkisches Landbrot“ in Berlin verschaffen. Rund 10.000 Bio-Brote werden hier jeden Abend und jede Nacht gebacken und in Berlin und Umgebung verkauft.
Ein zusätzliches besonderes Highlight war am letzten Tag der Besuch des großen Demeterbetriebes „Brodowin“ im Norden Brandenburgs und der Teilnahme an der 100-Jahrfeier der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Vertreten waren dort Abgesandte aus allen 5 Kontinenten. In einem bewegenden Beitrag von Evgenya Yushchenko, Vorstandsmitglied von Biodynamika Ukraina, informierte sie die 300 Teilnehmer der Feier über die Situation auf den Höfen in der Ukraine und die Arbeit ihres Verbandes.

„Ich bin sicher, dass alle Beteiligten an dieser Fahrt sehr viel nach Hause zurück in die Ukraine mitgenommen haben“, so Dr. Stefan Dreesmann, Leiter des Projektes „Deutsch-Ukrainische Kooperation“. „Sehr viel Information zum ökologischen Landbau und wie man seinen Betrieb ausrichten und seine Produkte vermarkten kann. Und sehr viel Inspiration, neue Wege zu beschreiten, egal wie klein oder wie groß der Betrieb ist“, so Dr. Dreesmann weiter.

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